Die Stiftung

1500 m² pour l’art contemporain

Von der Destillerie zur zeitgenössischen Kunst

Die Idee zur Gründung der Fondation Fernet-Branca entstand Anfang 2003, als Jean Ueberschlag, damaliger Bürgermeister von Saint-Louis, gemeinsam mit dem Architekten Jean-Michel Wilmotte das Gelände besichtigte. Ihr Besuch war Teil eines vom Stadtrat von Saint-Louis in Auftrag gegebenen Projekts, in dessen Rahmen das Büro Wilmotte mit der Entwicklung einer neuen städtebaulichen Vision für die Stadt beauftragt wurde.

Das Vorhaben, die ehemalige Fernet-Branca-Destillerie in einen Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst umzuwandeln, ist eingebettet in das grenzüberschreitende kulturelle Umfeld von Saint-Louis – mit der Nähe zur Fondation Beyeler in Riehen, dem Museum Tinguely in Basel, dem Schaulager in Münchenstein, der jährlichen Kunstmesse Art Basel sowie dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein.

Ziel des Projekts ist es, Saint-Louis und der umliegenden Region einen Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu bieten. Eine willkommene Ergänzung zu den bestehenden kulturellen Einrichtungen im Stadtzentrum von Saint-Louis: die 1993 eröffnete Mediathek „Le Parnasse“, drei Kinos, das italienisch inspirierte Theater „La Coupole“ (erbaut 1999) sowie das Café Littéraire.

De la distillerie à l'art contemporain
Façade de la Fondation Fernet-Branca à Saint-Louis

Die Entstehung des Projekts

 Im Sommer 2003 nahm der Bürgermeister von Saint-Louis Kontakt zur Familie Branca in Mailand auf, der Eigentümerin des Gebäudes, um ihnen das Projekt vorzustellen. Im Dezember desselben Jahres wurde ein Erbbaurechtsvertrag zwischen dem Vorstandsvorsitzenden der SEML La Coupole, Jean Ueberschlag, und Graf Niccolò Branca unterzeichnet. Dieser überließ der SEML das Nutzungsrecht für das Gebäude für 23 Jahre zur Einrichtung eines Museums – zu einem symbolischen Mietpreis von 1.500 € jährlich in den ersten Jahren.

 Der Umbau des Gebäudes wurde dem Architekten Jean-Michel Wilmotte anvertraut, der die Pläne für den künftigen Ausstellungsraum in zwei Bauphasen entwarf. Die erste Phase umfasste die Herrichtung des Ausstellungsbereichs und die Öffnung des Gebäudes für das Publikum.

 Die zweite Phase widmete sich der Umgestaltung des ersten Obergeschosses und des Kellers – des ehemaligen Weinlagers, in dem sich noch immer die originalen Fässer befinden. Die SEML La Coupole beauftragte die SAGEL (Société d'Aménagement et de Gestion Économique du Ludoviciana) mit der Durchführung der ersten Bauphase, die Anfang Juni 2004 abgeschlossen wurde.

Zeitgleich gründeten Liebhaber zeitgenössischer Kunst den Verein „Association pour le musée d'art contemporain Fernet-Branca à Saint-Louis“, mit dem Ziel, den Ort zu beleben und die künftige kulturelle Einrichtung vorzubereiten. Im Jahr 2011 wurde aus dem Verein die Fondation Fernet-Branca.

Architektur von Jean-Michel Wilmotte

Das Projekt zur Umwandlung der ehemaligen Fernet-Branca-Fabrik in einen Ausstellungsraum ist Teil der Stadtentwicklung, da ein Ort zur Präsentation zeitgenössischer Künstler:innen und zur Durchführung größerer öffentlicher Veranstaltungen als notwendig erachtet wurde.

 Das Gebäude ist ein historisches Denkmal und ein bedeutendes Zeugnis des industriellen Erbes der Stadt. Die zentrale Lage sowie die Schönheit der großzügigen Räume machten es naheliegend, das Industriegebäude in einen eleganten und einzigartigen Ausstellungsraum umzuwandeln.
Ohne tiefgreifende strukturelle Eingriffe nutzt das Projekt die klare und logische Struktur des Gebäudes und hebt dabei zugleich Elemente hervor, die für seine Geschichte bedeutsam sind.

Die architektonische Intervention ist bewusst schlicht gehalten, um der Kunst den Vorzug zu geben und den Rundgang durch die Ausstellung klar zu gliedern. Der Innenhof fungiert dabei als Ausstellungsbereich im Freien.
Beim Durchqueren des Hofes gelangen die Besucher:innen in Räume mit großen weißen Stellwänden, die das Volumen in ruhige Nischen unterteilen und eine konzentrierte Betrachtung der Kunstwerke ermöglichen.

Natürliches Licht aus dem Hof flutet die Flure, während gezielte künstliche Beleuchtung die einzelnen Werke in ihren Nischen in Szene setzt. Die zurückhaltende Farbgebung und das dezente Lichtkonzept betonen die vom Künstler oder der Künstlerin vorgegebene Dramaturgie, ohne vom Kunstwerk abzulenken – und bewahren zugleich den ursprünglichen Charakter des Ortes.

Aménagement de l'ancienne usine Fernet-Branca en lieu d'exposition

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